3D-TV


Das Thema ist ein wenig abgedroschen, zugegeben. Speziell im Vorfeld oder zu Beginn einer Beziehung sind gemeinsame Kinobesuche deutlich häufiger als sie dies im späteren Verlauf derselben Beziehung sind. Da die Zeiten, in denen der Mann seine Begleiterin vor wilden Tieren schützen musste, in unserem Kulturkreis glücklicherweise seit längerer Zeit passé sind, bedient er sich eben des Kinos und wählt mit Bedacht einen Film, der ihm Gelegenheit gibt, seine Beschützerfunktion wenigstens stellvertretend auszuführen. Einen Film mit hochdramatischen Szenen – eventuell auch einen mit Gruseleffekten. Dass dieses Klischee immer noch bedient wird, zeigen die Streifen aus der Biss-Reihe mit ihrer Verquickung von Romantik und Horror.

Allerdings ist die Reizschwelle heute ein wenig höher als zu Zeiten von Bela Lugosi, Boris Karloff und all den anderen. Film ist fantastischer geworden, aufregender. Weil er es musste, weil Stillstand den sicheren Tod der Unterhaltungsmaschine Hollywood bedeutet hätte. Aber bei allen Tricks und Animationen hatten Kino- und damit auch Fernsehfilme (ob ausgestrahlt oder von DVD/Blu-ray) immer unter einer Beschränkung zu leiden: Die Bilder waren flach. Sieht man von wenigen Ausnahmen ab, spielte sich Film immer in zwei Dimensionen ab. Die dritte Dimension, die räumliches Empfinden ermöglicht, blieb bis auf wenige Ausnahmen ausgespart.

Wer das erste Mal einen Film in 3D sieht, ist zum einen erstaunt über die Wucht der Bilder, über die Plastizität. Über die virtuellen Welten in „Avatar“ oder in anderen Filmen. Und zum anderen fühlt er intensiv, was ihm bislang an 2D-Bildern gefehlt hat. Jetzt, da die technischen Grundlagen vorhanden sind, 3D-Filme massentauglich zu machen, wird sich der Siegeszug nicht mehr aufhalten lassen. Kino ist wieder aufregend geworden. Zwar gab es in der Vergangenheit schon mehrere Versuche, dreidimensionales Fern-sehen zu etablieren, doch scheiterten diese an technischen Unzulänglichkeiten.

Das führt zu einer logischen Konsequenz: Unzählige Heimkino-Enthusiasten – die technische Vorhut – werden auch in den eigenen vier Wänden nicht mehr auf 3D verzichten wollen. Dicht auf den Fersen gefolgt von allen anderen Zuschauern. Die Technik steht parat, die neuen TV-Geräte, etwa die großen 3D-Plasmas von Panasonic, sind da. Und der Aufwand, einen Film in 3D zu sehen, beschränkt sich eigentlich nur noch auf das Aufsetzen einer Brille. Auch Fernsehen ist wieder aufregend geworden. Sehen wir uns an, wie 3D-TV funktioniert.






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